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Ratgeber

Baukasten oder erstellen lassen? Wann Wix und Jimdo reichen – und wann nicht

Ein Baukasten reicht, wenn Sie wenig Budget, aber Zeit haben und vor allem eine Visitenkarte im Netz brauchen. Erstellen lassen lohnt sich, wenn die Website Anfragen bringen soll, Sie bei Google gefunden werden wollen oder keine Zeit für Pflege und Technik haben. Dann kostet der Baukasten am Ende oft mehr – vor allem an eigener Zeit.

Yusuf Senel · Aktualisiert: · 6 Min. Lesezeit

Was kostet ein Baukasten wirklich?

Die Monatsgebühr ist nur ein Teil. Dazu kommen die Domain, oft kostenpflichtige Zusatzfunktionen wie Terminbuchung, Shop oder mehr Speicher, und vor allem Ihre eigene Zeit: Texte schreiben, Bilder auswählen, Seiten anlegen, rechtliche Angaben einbinden, später alles aktuell halten.

Rechnen Sie ehrlich mit: Zehn Stunden für eine einfache Seite sind schnell erreicht, zwanzig, wenn sie gut werden soll. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was eine Stunde Ihrer Zeit sonst wert ist.

Wo stoßen Baukästen an Grenzen?

Die Gründe, aus denen Betriebe später wechseln:

  • Ladezeit: Baukasten-Seiten laden viel Code, den die Seite gar nicht braucht, und sind auf dem Handy oft spürbar langsam
  • Sichtbarkeit: Seitenstruktur, Titel und technische Details lassen sich nur eingeschränkt steuern
  • Gestaltung: Was die Vorlage nicht vorsieht, geht nicht oder nur mit Umwegen
  • Funktionen: Formulare mit eigener Logik oder Anbindungen an Ihre Software sind oft nicht möglich
  • Umzug: Inhalte lassen sich meist nicht sauber exportieren – ein Wechsel heißt neu aufbauen

Wann reicht ein Baukasten völlig?

Für einen Verein, der Termine und Kontakt zeigen will, für ein Nebengewerbe, das gerade startet, oder für einen Betrieb, der ausschließlich über Empfehlungen arbeitet und online nur auffindbar sein muss. In diesen Fällen ist ein Baukasten eine vernünftige Wahl, und ich rate Ihnen nicht davon ab.

Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?

Bei mir beginnt eine einzelne Seite bei 690 €, eine Webpräsenz mit mehreren Seiten und Redaktionssystem bei 1.690 €, eine individuelle Website bei 3.900 €. Agenturen liegen meist deutlich darüber, mit Stundensätzen von üblicherweise 100 bis 180 €. Dafür bekommen Sie eine Seite, die auf Ihre Suchbegriffe ausgerichtet ist, schnell lädt und die Sie nicht selbst bauen mussten.

Laufend kommen Hosting und Domain dazu, und wer Updates und Änderungen abgeben will, eine Wartungspauschale. Die Seite gehört Ihnen, die Domain läuft auf Ihren Namen.

Wie läuft ein Umzug von Wix oder Jimdo ab?

Zuerst wird geklärt, wo die Domain registriert ist. Wurde sie über den Baukasten gekauft, muss sie zu einem anderen Anbieter umziehen, dafür gibt es einen Freigabecode. Dann wird die neue Seite aufgebaut, Inhalte werden übernommen und dort überarbeitet, wo es nötig ist.

Wichtig sind die Weiterleitungen: Jede alte Adresse, die bei Google gefunden wird, zeigt auf die passende neue Seite. Erst wenn alles steht, wird die Domain umgestellt, ohne dass die Seite zwischendurch offline ist. Ihre E-Mail-Adressen bleiben davon unberührt, wenn sie nicht beim Baukasten liegen; sonst ziehen sie mit um.

Fragen

Häufige Fragen

Ist eine Website vom Baukasten schlechter bei Google?

Nicht automatisch. Sie hat aber Nachteile bei Ladezeit und bei der Kontrolle über technische Details, und viele Baukasten-Seiten haben zu wenige Unterseiten, um für mehr als den Firmennamen gefunden zu werden. Das liegt weniger am Werkzeug als daran, wie die Seite aufgebaut ist.

Kann ich mit einem Baukasten anfangen und später wechseln?

Ja. Rechnen Sie aber damit, dass ein Wechsel ein Neuaufbau ist und kein Export. Wer weiß, dass er in ein, zwei Jahren mehr braucht, spart sich den doppelten Aufwand.

Wem gehört meine Website beim Baukasten?

Ihre Inhalte gehören Ihnen, die Seite selbst existiert aber nur beim Anbieter. Kündigen Sie, ist sie weg. Bei einer erstellten Website bekommen Sie alles, was dazugehört.

Was ist mit Datenschutz und Barrierefreiheit beim Baukasten?

Viele Baukästen binden Dienste ein, für die Sie Einwilligungen brauchen, und nicht jede Vorlage ist barrierefrei. Prüfen Sie beides, bevor Sie sich festlegen, besonders wenn Sie online verkaufen.

Klingt das nach Ihrem Vorhaben?

Ein kurzes Gespräch reicht, um zu klären, was sinnvoll ist und was es ungefähr kostet. Danach entscheiden Sie in Ruhe.

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