Was ist der grundsätzliche Unterschied?
Shopify ist eine gemietete Plattform. Sie bekommen einen fertigen Shop, der auf den Servern des Anbieters läuft, und zahlen dafür eine monatliche Gebühr. Technische Wartung, Sicherheit und Updates sind Sache von Shopify.
WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress. Der Shop läuft auf Ihrem eigenen Webspace, Sie können alles anpassen und mitnehmen. Dafür sind Sie selbst für Hosting, Updates und Sicherheit verantwortlich – oder jemand, den Sie dafür bezahlen.
Was kostet Shopify, was kostet WooCommerce?
Konkrete Preise ändern sich zu oft, um sie hier sinnvoll zu nennen. Die Abrechnungsmodelle unterscheiden sich aber grundsätzlich und bleiben stabil:
- Shopify: monatlicher Tarif, dazu Zahlungsgebühren pro Verkauf und kostenpflichtige Apps für vieles, was über den Grundumfang hinausgeht
- WooCommerce: Software kostenlos, dazu Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen (oft als Jahreslizenz) und Zahlungsgebühren des Zahlungsanbieters
- Bei beiden: Rechtstexte, Design-Anpassungen und Ihre eigene Zeit für die Pflege
Wer hat die Kontrolle über Shop und Daten?
Bei WooCommerce liegt alles bei Ihnen: Code, Datenbank, Kundendaten. Sie können den Hoster wechseln, den Shop umbauen und jede Funktion selbst programmieren lassen.
Bei Shopify bestimmt der Anbieter, was möglich ist und was es kostet. Hinter Shopify steht ein kanadischer Konzern, Daten werden auch außerhalb der EU verarbeitet. Für die meisten Händler ist das mit dem Auftragsverarbeitungsvertrag des Anbieters lösbar. Wer besonders sensible Daten verarbeitet oder Vorgaben von Kunden zur Datenhaltung hat, sollte das vorher prüfen.
Was ist bei Rechtlichem in Deutschland zu beachten?
Beide Systeme sind nicht von Haus aus auf deutsches Recht ausgelegt. Bei WooCommerce übernehmen das Erweiterungen wie Germanized oder German Market: Grundpreise, Lieferzeiten, Pflichthinweise im Bestellablauf. Bei Shopify gibt es dafür Apps und Rechtstexte-Anbieter mit Schnittstelle.
Seit dem 19. Juni 2026 kommt der Widerrufsbutton dazu, und für viele Shops gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Prüfen Sie bei jedem System, ob diese Punkte abgedeckt sind, bevor der Shop live geht.
Wie viel Wartung braucht welcher Shop?
Bei Shopify fast keine technische Wartung, aber Pflege der Apps: Wenn eine App eingestellt wird oder teurer wird, müssen Sie reagieren.
Bei WooCommerce müssen WordPress, WooCommerce und alle Erweiterungen regelmäßig aktualisiert werden, und nach jedem größeren Update sollte der Bestellablauf getestet werden. Ein Shop, der monatelang nicht aktualisiert wird, ist ein Sicherheitsrisiko – und bei einem Shop geht es um Zahlungs- und Kundendaten.
Und Shopware?
Shopware kommt aus Deutschland und ist vor allem bei größeren Sortimenten und im B2B-Handel verbreitet. Es gibt eine kostenlose Community Edition und kostenpflichtige Tarife mit mehr Funktionen. Für einen kleinen Shop mit einigen Dutzend Produkten ist Shopware meist überdimensioniert, bei vielen Varianten, Kundengruppen mit eigenen Preisen oder Anbindung an eine Warenwirtschaft lohnt sich der Blick.
Wann ist ein selbst gebauter Shop sinnvoller?
Wenn Ihr Verkauf nicht in das Schema eines Standard-Shops passt: Produkte, die konfiguriert werden, Preise, die sich berechnen statt festzustehen, enge Anbindung an eigene Systeme. Dann kostet das Verbiegen eines Shopsystems oft mehr als eine passende eigene Lösung.
Für die meisten kleinen Händler ist das aber nicht der Fall. Dort ist die ehrliche Empfehlung meist Shopify oder WooCommerce – je nachdem, ob Sie lieber monatlich zahlen oder lieber selbst die Kontrolle behalten.